ESTAL Kongress in Istanbul

ESTAL Kongress in Istanbul
  • Am: Mo., 23.09.2019 - 08:52
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Der Umgang der Oberflächenveredelungsindustrie mit recyceltem Aluminium

Der eindeutige Mehrwert von Aluminium stellt die qualitativ hochwertige, nachhaltig produzierte und für den Betrachter ansprechende Oberflächenveredelung dar. Genau dem Thema „Added Value on Aluminium“ ging der VOA (Verband für die Oberflächenveredlung von Aluminium e.V. www.voa.de) und der europäischer Dachverband ESTAL (European Association for Surface Treatment on Aluminium) beim internationalen Kongress  vom 18. – 21. September 2019 in Istanbul nach. Beginnend von den Einflüssen, die die Europäische Kommission in Europa in ihren zahlreichen Wirtschafts- und Industrieprogrammen festgelegt hat, über neue Methoden, bis hin zu den nachhaltigen und kostensenkenden Faktoren bei der Oberflächenveredelung, informierten namenhafte Referenten auf internationaler Ebene. Besonders beeindruckte die deutsche Beteiligung an dem Kongress. Sowohl  Ordentliche als auch Fördermitglieder des VOA nahmen die Gelegenheit wahr ihr Wissen zu erweitern und sich mit den Fachleuten aus aller Welt auszutauschen.

Deutlich wurde, dass sich Aluminium auch unter dem Eindruck der weltweit ökologischen Debatten als eines der nachhaltigsten Materialien der Zukunft erweisen wird, dies aufgrund seiner positiven Eigenschaften, der Leichtigkeit sowie der Möglichkeit des Recyclings. Waren beispielsweise in den 1970er Jahren  75% des Fahrzeugs aus Stahl, so ist dieser Anteil  auf 50% gesunken und soll bis 2030 auf 13% sinken. Der Ersatz von Stahl erfolgt vor allem durch Aluminium. Zwar kommt Aluminium in der Erdkruste in seinem Rohstoff in ausreichender Menge vor, wird erst  zu Primäraluminium verarbeitet und bietet dann, auch nach Jahren, die Möglichkeit des mehrmaligen Einbringens in den Wirtschaftskreislauf durch Recycling als Sekundäraluminium.

Ausgehend von der Tatsache, dass Aluminium einer Oberflächenbehandlung, wie Anodisation, Beschichtung, Laserung oder dekorative Bearbeitung unterzogen werden muss, um die von den Kunden und Verbrauchern gewünschten Eigenschaften, wie Farbe, Haptik, Korrosionsbeständigkeit zu erreichen, stellt die immer stärkere Verwendung von Sekundäraluminium mit unterschiedlichsten Beimischungen die Brache vor völlig neue Herausforderungen. Wie genau die Unternehmen der Oberflächenveredlungsindustrie diese Herausforderung in der geforderten Qualität meistern können und den Kundenwünschen optimal  Rechnung getragen werden kann, damit werden sich Wissenschaft und Forschung gemeinsam mit dem europäischen Dachverband ESTAL in der Zukunft beschäftigen. Grundsteine hierzu wurden mit höchster fachlicher Kompetenz beim ESTAL Kongress gelegt.

Über die zukunftsweisenden Themen hinaus, bestand die Möglichkeit des persönlichen und professionellen Austauschs zu allen Gebieten im Bereich der Oberflächenveredelung weltweit. Deutlich wurde, dass die Globalisierung und auch der Handelsstreit beispielsweise zwischen China und den USA zu immensen Folgen führen können, wie es schon einmal die  Solarbranche eindrucksvoll bewiesen hat. Aus diesem Grund helfen Kongresse auf europäischer Ebene mit dem Blick auf die weltweite Entwicklung den Blick auf das Wesentliche zu lenken: eine qualitativ hochwertige Oberflächenveredelung auf einem ebenso guten Aluminium. Wir freuen uns über die rege Teilnahme deutscher Unternehmen, ob als kompetenter Redner, Sponsor oder auch als Teilnehmer.

Der VOA wird in Deutschland mit seinen Mitgliedern weiter an den Herausforderungen arbeiten und die Erkenntnisse auf europäischer Ebene weiter verfolgen.